Erste Erfolge für die Telematikinfrastruktur

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Erste Erfolge für die Telematikinfrastruktur
©Klaus Eppele / Fotolia

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist nun bereits seit Januar 2015 als Versicherungsnachweis der gesetzlichen Krankenversicherung im Einsatz. Damit ist der Grundstein für eine Vernetzung im gesamten Gesundheitswesen geschaffen worden. Basierend darauf werden seither Konnektoren und Terminals entwickelt, die die sichere Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte gewährleisten. Wie nun bekannt wurde, werden die ersten zugelassenen Produkte voraussichtlich ab Herbst 2017 verfügbar sein.

Neue Techniken - neue Möglichkeiten

Der elektronischen Vernetzung liegt die sogenannte Telematikinfrastruktur zugrunde. Es handelt sich dabei um den Aufbau eines hochsicheren Netzwerks mit Online-Anbindung der Praxen und Krankenhäuser. Auch Zahnarztpraxen werden zu diesem Zweck mit neuen Sicherheitskomponenten ausgestattet. Die Einführung der Telematikinfrastruktur beginnt mit der Umsetzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM), inklusive eines sicheren Internetservices (SIS). In Zukunft wird eine spezielle Hardwarebox ("Konnektor"), die Online-Anbindung der Praxen ermöglichen. Dieser Konnektor übernimmt Sicherheitsfunktionen und Aufgaben zur Steuerung der Anwendungen im Zusammenspiel mit dem Praxisverwaltungssystem.

Beim VSDM werden die Versichertenstammdaten online überprüft und – wenn nötig – aktualisiert. Dadurch ist keine Eingabe per Hand mehr nötig. Anschließend folgen die Qualifizierte Elektronische Signatur, mit der Ärzte Dokumente rechtssicher unterzeichnen können und die gesicherte elektronische Kommunikation zwischen den Leistungserbringern.

Was ist erforderlich?

Die Installation des Konnektors erfordert einige technische Anpassungen: künftig werden die Kartenterminals in der Praxis an das Netzwerk angebunden. Das Praxisverwaltungssystem muss für die Nutzung der neuen Komponenten und Anwendungen mit entsprechenden Software-Updates aktualisiert werden. Um eine sichere Online-Verbindung zu gewährleisten und die Berechtigung zum Online-Zugang abzusichern, muss jede Praxis eine Berechtigung in Form eines elektronischen Praxisausweises nachweisen. Hierfür dient eine Chipkarte, ähnlich einer SIM-Karte für Smartphones.

Muss meine Praxis sich an der Telematikinfrastruktur beteiligen?

Ja. Die Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastuktur werden schrittweise eingeführt. Da der Gesetzgeber die Anwendung VSDM im §291 SGB V für die Leistungserbringer verpflichtend gemacht hat, müssen die technischen Voraussetzungen in den Praxen erfolgen. Zusätzlich müssen die Versichertenstammdaten beim ersten Behandlungskontakt im Quartal auf Aktualität geprüft werden. Vertragszahnärzten können sonst sogar Honorarkürzungen bevorstehen.

Wer kommt für die Kosten auf?

Mit der neuen Technik und der damit verbundenen Umrüstung entstehen den Praxen Kosten und Aufwände. Der Gesetzgeber sieht vor, dass die Aufwände der Telematikinfrastruktur von den Kostenträgern erstattet werden. Die Bundesmantelvertragspartner – die KZBV, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) – sind aufgefordert worden, eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung zu schließen. Auf dieser Basis sollen die Kosten und Aufwände künftig über die KZV abgewickelt werden.

Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gerne an uns.

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