Brandschutz - mache ich alles richtig?

Allgemein

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Gegen Brände sind Zahnarztpraxen versichert – theoretisch. Denn die Versicherung greift im Schadensfall nur, wenn zuvor alle Vorkehrungen getroffen und Richtlinien eingehalten wurden… aber welche sind das?

Zunächst einmal die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Ausreichend Personal (5% der Beschäftigten) zum Brandschutzhelfer benennen und ausbilden. Dabei auf Urlaubs- und Krankheitstage achten und regelmäßig (mind. 1x jährlich) in den Bereichen: mögliche Gefährdungen, Gegenmaßnahmen, sowie die Handhabung von Feuerlöschern unterweisen.
  • Jährliche Unterweisung über Maßnahmen zur Vermeidung von Entstehungsbränden und Verhalten im Gefahrenfall
  • Regelmäßige Wartung der Feuerlöscher (mind. alle 2 Jahre)
  • Kennzeichnung der Flucht und Rettungswege
  • Aktuellen Alarmplan aushängen
  • Sicherstellung Erster Hilfe Maßnahmen

Durch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zur Brandbekämpfung zu treffen. Zudem wird in der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR A2.2) die Ausbildung von Brandschutzhelfern gefordert. Wie in anderen Branchen üblich, sind auch Zahnärzte als Arbeitgeber dazu verpflichtet, je nach Brandgefährdung erforderliche Feuerlöscheinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Zahnarztpraxen werden dabei als Betriebsräume mit normaler Brandgefahr eingestuft. Die genauen Regelungen hierzu sind in der DGUV Vorschrift 1 festgehalten. Die übliche und gleichzeitig einfachste Vorkehrung bei der Bekämpfung von Entstehungsbränden sind Feuerlöscher. Diese müssen auf die zu erwartende Brandklasse abgestimmt werden. In der Regel handelt es sich dabei um Brandklasse A, das heißt Feststoffbrände mit glutbildenden Eigenschaften. Pulverlöscher sind zusätzlich für Flüssigkeits- und Gasbrände geeignet, das heißt, sie sind universell einsetzbar. Der Nachteil besteht dabei jedoch in einem nicht unerheblichen Löschschaden.

Wie kann ich herausfinden, ob der Feuerlöscher für die Räume geeignet ist?

Feuerlöscher gibt es in unterschiedlichen Größen und Arten. Abhängig davon ist auch ihr jeweiliges Löschvermögen, das in Löschmitteleinheiten berechnet wird. Auskunft darüber gibt das jeweilige Typenschild, eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Die passenden Löschmitteleinheiten sind ausgehend von der Grundfläche zu ermitteln. Bei einer Grundfläche der Praxis von bis zu 50 m² werden beispielsweise sechs Löschmitteleinheiten benötigt, bei bis zu 100 m² neun. Für jede weitere angefangenen 100 m² sind weitere drei Löschmitteleinheiten erforderlich.

Im Gebäude sind Sprinkleranlagen und Brandmelder vorhanden. Muss ich mir dann überhaupt noch Gedanken machen?

In diesem Fall greifen wiederum andere Vorschriften. Hierfür sind Sachkundige- und Sachverständigenprüfungen erforderlich.

All diese Maßnahmen mögen auf den ersten Blick zwar kompliziert und aufwendig erscheinen, sind jedoch mehr als sinnvoll angesichts dessen, dass sie im Ernstfall Leben retten können. Wenn Sie Fragen rund um das Thema Brandschutz haben, zögern Sie nicht, uns anzusprechen!

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