"Ich habe heute leider keinen Mitarbeiter für dich."

Zahnarztpraxis heute – Erfolg ist planbar - Maximilian Bauer im Interview

Dr. Michael Gleau im Gespräch mit Maximilian Bauer.

In der Ausgabe 03/2017 der kzvb TRANSPARENT wurde das Thema bereits angesprochen: Zahnärztinnen und Zahnärzte haben zunehmend Schwierigkeiten,
einen Nachfolger für ihre Praxis zu finden.
Einer der Gründe ist auch der Mangel an Auszubildenden und Fachkräften. Wir sprachen mit Maximilian Bauer, einem der Inhaber und Geschäftsführer der Bauer & Reif Dental GmbH und der Dentaqum Consult, über dieses stetig relevanter werdende Thema.

Herr Bauer, als Händler und Berater haben Sie tagtäglich Kontakt zu zahlreichen Zahnärztinnen und Zahnärzten. Welche Erfahrungen machen Sie dabei in Bezug auf die Personal- und vor allem Azubisuche?

M. Bauer: "Ich beobachte die Entwicklung nun schon seit einigen Jahren und kann heute sagen, dass die Personalsituation in den bayerischen Praxen mittlerweile äußerst Besorgnis erregend ist. Zum einen herrscht ein Mangel an Auszubildenden. Dies ist kein rein zahnmedizinisches Problem. Untersuchungen der IHK München und Oberbayern zum Beispiel ergaben, dass Azubis in nahezu allen Branchen verzweifelt gesucht werden.
Was speziell die Zahnmedizin angeht, ist das negative Image des Berufes der zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA). In Umfragen landet das Berufsbild der ZFA abgeschlagen an letzter Stelle. Diese beiden Ursachen – zu wenig Auszubildende und ein schlechtes Image – führen dazu, dass in den Städten und Ballungsräumen in Bayern fast kein Praxispersonal mehr zu bekommen ist."

Warum ist das Image des ZFA-Berufs so schlecht?

M. Bauer: „Schulabgänger nennen dafür die Bezahlung und geringe Aufstiegsmöglichkeiten. Vor allem in den Großstädten tun sie sich schwer, mit einem ZFA-Gehalt um die Runden zu kommen. Auf dem Land sieht das noch besser aus, aber da wollen die jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte nicht hin. Wir befinden uns also in gewisser Weise in einem Teufelskreis, wenn es darum geht, wieder mehr Zahnärzte in die Selbstständigkeit zu bringen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen."

Es besteht also sozusagen ein Ungleichgewicht auf dem Personalmarkt?

M. Bauer: „Ja, so könnte man es nennen. Wir werden täglich von unseren Kunden gefragt, ob wir nicht eine Idee hätten, wie sie an geeignetes und qualifiziertes Personal gelangen könnten. Gleichzeitig sind mittlerweile nicht nur Landpraxen schwer oder gar nicht zu vermitteln. Sogar in Städten wie Altötting oder Traunstein suchen wir teilweise seit über einem Jahr vergeblich nach Nachfolgern.“

Wie aus Ihren Worten ganz klar hervorgeht, handelt es sich hierbei um ein ernstzunehmendes Thema, um nicht zu sagen eine Krise. Was schlagen Sie vor?

M. Bauer: „Wir bei Bauer & Reif sind der Überzeugung, dass ein gemeinsames Vorgehen aller beteiligten Personen und Institutionen zwingend notwendig ist, um gemeinsam und gezielt Verbesserungen zu erreichen. Deshalb würden wir uns sehr über ein Gespräch mit Vertretern der Körperschaften, der Politik und der Dental-Unternehmen freuen, um kollektiv mögliche Lösungswege zu finden."

Herr Bauer, wir bedanken uns für das interessante Gespräch.

Veröffentlicht in: Zahnärztlicher Anzeiger, Ausgabe Nr. 03/2017.

« Zur Beitragsübersicht